Willkommenskultur – Guter Wille macht den Anfang!

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Am Ostersamstag schrieb Peter Spengler in der „Dürkheimer Zeitung„, unserer regionalen Ausgabe der Rheinpfalz, über die Willkommenskultur in unserer Stadt. Ein drängendes Thema angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen. Im Kern ist zu lesen, dass „guter Wille“ allein nicht ausreicht, weil die Flüchtlinge, die zu uns kommen, ganz konkrete Hilfe brauchen. Er spricht dabei an, dass es eine Gemeinschaftsaufgabe ist, die also nicht allein der Stadtverwaltung überlassen werden kann, weil sie – alleingelassen – damit überfordert ist.

Der Beitrag hat mich sehr berührt; der Kerngedanke ist so richtig wie wichtig.

In Bad Dürkheim stellen wir immer wieder fest, wie gern wir hier leben; was für eine schöne und gemütliche Heimat wir hier haben. Und die Menschen, die zu uns kommen, haben ihre Heimat verloren. Sie stehen ohne alles da; ohne die Heimat, ohne gewohnte Umgebung von Freunden und Nachbarn, ohne Habseligkeiten, dazu mit Verständigungsproblemen und in kultureller Ferne. Sie brauchen unser Willkommen, unser tätiges Mitgefühl.

Ich selbst stand vor vielen Jahren ebenso entwurzelt in Deutschland. Zwei gravierende Vorteile hatte ich: ich sprach Deutsch als meine Muttersprache und kam schließlich nach ersten Tagen in einem Durchgangslager zu meinen Verwandten in die Pfalz, wo für mich eine neue Heimat entstand. Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, wie wichtig die Willkommenskultur ist, wenn alles auf einmal verloren ist, worin man bis dahin aufgewachsen ist. Den Schmerz über den Verlust können die Anderen einem nicht nehmen, aber helfen, damit fertig zu werden.

Heute, da ich seit Jahrzehnten mit ganzem Herzen Pfälzerin geworden bin, kann ich sehr gut nachempfinden, wie es den Menschen geht, die aus vieler Herren Länder hierher fliehen müssen, weil in ihren Ursprungsländern für sie ein Weiterleben nicht mehr möglich ist. Hier sind wir – die Heimischen – als Gemeinschaft gefragt, zu helfen und herzlich aufzunehmen. Eine schöne Heimat haben wir nur, wenn es uns gelingt, auch den hierher Geflohenen daran einen Anteil zu geben und sie mit unserer Hilfe und Herzlichkeit so zu integrieren, wie wir von ihnen erwarten, dass sie sich integrieren.

Christine Schleifer Bürgermeisterkandidatin

Den Bedürftigen zu geben und mit ihnen zu teilen, das ist ein zentraler Bestandteil unserer christlichen Kultur und verbindet unsere Kultur mit der islamischen und jüdischen Kultur. Das gilt also nicht nur Ostern, sondern stets. Richtiges Geben ist dabei immer mit Respekt verbunden, mit der Achtung der in Not Geratenen. Es kann nicht darum gehen, dass wir geben, was wir nicht mehr brauchen können, sondern was die Menschen, die in ihrer Not zu uns kommen, für ihr Leben bei uns brauchen.

Hier können die Ideen und tätigen Beiträge aus der Bürgerschaft helfen, die vielfältigen Möglichkeiten, die sich den Einzelnen bieten.

Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, was gehen kann. In Neustadt-Haardt gelang es, dass ein leerstehendes Klinikgebäude zu einem Wohnort für Flüchtlingsfamilien umgenutzt wurde, herzlich unterstützt von der Bevölkerung in Haardt. Dort gibt es regelmäßige Treffen zwischen den Bürgern und den Flüchtlingsfamilien, um in Erfahrung zu bringen, woran es not tut, dorthin fließen die Spenden zusammen, Kleider, Möbel und was benötigt wird, um den Bewohnern zu einem würdigen Leben zu verhelfen. Eingebettet in eine hilfreiche Gemeinschaft des Ortsteiles. Die Initiative dazu ging von den Bürgern in Haardt aus und die Stadt Neustadt zog schließlich mit. So klappte es gemeinsam, und gemeinsam kann es klappen.

Am Anfang steht also unbedingt der Gute Wille, ohne den geht es nicht. Aber dann braucht es die Tat und das Engagement. Daran will auch ich mich in Bad Dürkheim gern aktiv beteiligen. Machen auch Sie bitte mit. Lassen Sie uns darüber reden und zu Taten kommen.

Ihre Christine Schleifer

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